Schüler
des Widukind-Gymnasium Enger untersuchten die
frühe Entstehungsgeschichte des Torfmoors.
Mit Bohrungen, Sediment- und Pollenanalysen gingen
sie der Sache auf den Grund. Hier ihre interessanten
Ergebnisse:
Unter
dem Hücker Moor liegt eine kesselförmige
Vertiefung, die von Geologen als Erdfall bezeichnet
wird. Dieser ist entstanden durch die Auslaugung
von darunter liegendem Zechsteinsalz. In die Senke
hat dann die Eiszeit Sande und Kies abgelagert.
Aus Bohrungen weiß man, dass diese Schicht
ca. 50 m mächtig ist.
Nach
der Eiszeit entstand hier ein See, der allmählich
verlandet ist: Der so entstandene Torf hat eine
Mächtigkeit von fünf bis sechs Metern!
Wir konnten bis auf den alten Kiesgrund bei 5,50
m bohren. |
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Diese Säurebehandlung
löst leider aber auch die Finger der Schüler.
Deshalb haben wir die Untersuchung lieber gelassen und
uns bei einem Fachmann schlau gemacht, der die 5.25
m Ablagerung genau untersucht hat. (FREUND1994).
Was
kann man aus solchen Untersuchungen ablesen?
- Sie lassen
Rückschlüsse auf die nacheiszeitliche Klimageschichte
zu: Wann
es wärmer und wann kälter wurde.
- An den
"Siedlungszeigern" wie Getreidepollen ("Cerealien")
oder z.B. Wegerich kann die Besiedlung und der Beginn
des Ackerbaus ermittelt werden. So lässt sich
der Beginn des Ackerbaus auf die allerersten Anfänge
vor ca. 4.500 Jahren (!!!) datieren.
- Der Lein/Flachs
als Kulturpflanze taucht bereits in der jüngeren
Steinzeit auf. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war der
Flachsanbau im Ravensberger Land von wirtschaftlicher
Bedeutung, erst dann wurde er durch Baumwolle ersetzt
(die letzte "Flachsröste" wurde erst
1958 in Künsebeck bei Halle geschlossen).
- Man erkennt,
dass der Erlenbruch, wie er heute noch im Osten steht,
immer eine dominierende Rolle bei der Verlandung gespielt
hat: Hopsen Sie doch mal auf dem Boden in Ufernähe,
dann spüren Sie heute noch, wie der Torfboden
nachschwingt!
Das ist nur
ein kleiner Ausschnitt aus den Untersuchungsergebnissen.
Weitere Informationen und Kontakte finden Sie hier:
LIENENBECKER/MÖLLER,
Das Hücker Moor bei Spenge. Zur Naturgeschichte
eines ehemaligen Torfstichsgebietes. Ber. Naturwiss.
Verein f. Bielefeld und Umgegend 42 (2002), S. 249 -
313
FREUND,
H. (1994): Pollenanalytische Untersuchungen zur Vegetations-
und Siedlungsentwicklung im westlichen Weserbergland.-
Abh. Westf. Mus. Naturkunde Münster 56, Heft 3
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